Mönkeberger Nachrichten | Juli 2019

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Immer wieder bekommen wir von Ihnen Mitteilungen über die häufigen Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit in den Mönkeberger Straßen. Deswegen wurden schon einige Versuche unternommen, um den Verkehr an den betroffenen Straßen zu beruhigen.

Die Ausweitung der 30er Zonen war und ist dabei ein wichtiger Schritt, jedoch halten diese einige Fahrer leider nicht davon ab, mit stark überhöhter Geschwindigkeit über die Straßen zu rasen.

Gerade deswegen kommen immer wieder Forderungen nach weiteren Verkehrsberuhigungen auf. Gerne vorgeschlagen werden dabei die Bremsschwellen und Kölner Teller. Ich möchte Ihnen hier gerne erklären, warum ich persönlich diese jedoch vermeiden will:

Bremsschwellen wie auch Berliner Kissen sorgen für eine erhöhte Lärmbelastung durch plötzliches Abbremsen und Wiederanfahren, aber auch durch die Belastung auf das Fahrzeug und die Schwelle.1 Gerade bei LKWs und Bussen sind diese Schwellen problematisch, zudem sorgen sie für eine erhöhte Abnutzung am Fahrzeug. Auch behindern diese den Winterräumdienst und Rettungsdienste.2

Auch rechtlich kann es gefährlich werden: Ende 2018 wurden drei Mitarbeiter des Amtes in Heidelberg zu 30 Tagessätzen und zwei Jahren Bewährung wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, nachdem ein Fahrradfahrer aufgrund von Kölner Tellern stürzte und seinen Verletzungen erlag.3 Auch das Oberlandesgericht Hamm hat eine Kommune zu Schadens-ersatz und Schmerzensgeld verurteilt, nachdem ein Fahrradfahrer auf einer Bremsschwelle gestürzt ist.4 Das Landesgericht München hat am 2017 in einem Fall einem Wohnmobilfahrer Recht gesprochen, als dieser über eine nicht ausreichend sichtbare Schwelle fuhr und dabei sein Fahrzeug beschädigte.5

Aufgrund der geringen positiven Wirkung und gleichzeitigen Gefahr von Bremsschwellen halte ich persönlich diese Varianten für keine ge-eignete Methode zur Beruhigung des Verkehrs.

Deswegen arbeiten wir in der Fraktion derzeit an besseren Alternativen, die den Verkehr beruhigen sollen und dabei kein Risiko verursachen.

Bespielsweise wäre ein Fahrgassenversatz ein Lösungansatz zur Straßenberuhigung.67 Hierbei werden Straßen durch bauliche Maßnahmen an einigen Stellen verkleinert, zum Beispiel durch Blumenkästen oder eine Straßenverengung, aber auch durch gekennzeichnete Flächen zum Parken, wie sie zum Beispiel schon in der Stubenrauchstraße vorhanden sind.

Durch diese Hindernisse, die teilweise abwechselnd auf den Straßenseiten angebracht sind, und die daraus resultierende Verengung der Straße sinkt die Geschwindigkeit, steigt die Aufmerksamkeit der Fahrer und damit sinkt die Anzahl an Unfällen.89

Wenn Sie anderer Meinung sind oder weitere Vorschläge einbringen wollen, rufen Sie mich gerne an (0176 54409869).

Benedict Mende
stlv. Fraktionsvorsitzender der SPD

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Bremsschwelle#Kritik
2 https://rad-spannerei.de/2007/12/03/bremsschwellen-beruhigen-den-verkehr/
3 https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-koelner-teller-heidelberger-verkehrsplaner-verurteilt-_arid,405686.html
4 https://www.ksta.de/umstrittene-bodenschwelle-13684706
5 https://www.verkehrsanwaelte.de/news/details/schadensersatz-nach-ueberfahren-einer-bodenschwelle/
6 https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrgassenversatz7 http://www.schulwegengel.de/bauliche-massnahmen.html
8 https://www.fhwa.dot.gov/publications/research/safety/10053/10053.pdf
9 https://safety.fhwa.dot.gov/road_diets/guidance/info_guide/rdig.pdf