Mönkeberger Nachrichten | November 2018

Hambacher Forst

Nachdem das OVG Münster am 5. Oktober 2018 überraschend einen vorläufigen Rodungsstopp verfügt hat, demonstrierten am 6. Oktober 2018 bis zu 50.000 Menschen gegen die Rodung und für einen schnellen Kohleausstieg.

Der Streit um den Hambacher Forst könnte auch die Arbeit der sogenannten Kohlekommission beeinflussen, obwohl das Thema dort offiziell nicht auf der Tagesordnung steht. In dem Gremium sollen Wirtschaft, Klimaschützer, Politik und Betroffene bis Ende des Jahres gemeinsam einen Weg aus der Kohlestromproduktion vereinbaren. Die beteiligten Umweltverbände fordern bis dahin einen Aufschub der Rodung. Ihrer Ansicht nach könnte der Wald vielleicht stehen bleiben, wenn ältere Kraftwerke abgeschaltet werden.

Grundsätzliche Richtungsentscheidungen, die in diesem Zusammenhang eventuell getroffen werden, haben durchaus auch Relevanz für unsere Region.
Zur Erinnerung: Vor Jahren hat die Bürgerinitiative „Keine Kohle Kiel“ erfolgreich gegen den Neubau eines riesigen Kohlekraftwerkes an der Kieler Innenförde protestiert.

Die Verbrennung von Kohle (und insbesondere Braunkohle) zur Energiegewinnung ist für unsere Umwelt höchst problematisch. Ist doch allen bekannt, dass Kohlekraftwerke, neben klima-schädlichem Kohlendioxid, auch eine ganze Palette anderer Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid, Quecksilber, Feinstaub oder Arsen emittieren.

Wenn wir unsere Klimaziele 2020 erreichen wollen, müssen wir die Kohlekraftwerke abschalten und die Erneuerbaren Energien ausbauen. Zugleich ist das Problem des Stromtransportes zu klären. So stellt sich zum Beispiel die Frage, wie Strom, der aus Windenergie erzeugt wird, zweckmäßig vom Norden in den Süden der Republik übertragen werden kann. Sicher ist, dass dafür neue Stromtrassen erforderlich sind. Eine unterirdische Trassenführung könnte erheblich dazu beitragen, die Akzeptanz der betroffenen Anwohner zu erhöhen.

Fazit: Es geht nicht nur um den Hambacher Forst. Es geht in erster Linie um das Gelingen der Energiewende. Die Proteste für den Erhalt des Hambacher Forstes haben das Bewusstsein der Bevölkerung für eine intakte Umwelt geschärft. Die SPD Mönkeberg hat bereits in ihrem Wahl-programm festgehalten, dass sie alle Ent-scheidungen mit Umweltrelevanz auch vor dem Hintergrund der bedrohlichen Klimaüberhitzung und einer zunehmenden ökologischen Verarmung verantwortungsvoll treffen wird. Unterstützen Sie uns dabei, das Prinzip der Nachhaltigkeit umzusetzen und dazu beizutragen, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten.

Gerd Cornelsen
Ortsvereinsmitglied SPD Mönkeberg